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Der Verein und seine Geschichte - 60er und 70er Jahre
- 60er- und 70er-Jahre -
Bis in die 60er-Jahre zog sich der Wiederaufbau hin. Eines der letzten großen Projekte auf diesem Gebiet war das Schloss, das sich noch 1960 als Ruine präsentiert hatte. Fünf Jahre später konnte das Oberlandesgericht endlich in den nun in neuem Glanz erstrahlenden Bau einziehen. Auf dem Sektor des Einzelhandels konnte 1966 die Gründung der Werbegemeinschaft als Erfolg verbucht werden, und im Bereich der Städtepartnerschaft gedieh in den 60ern die Freundschaft mit Boulogne-sur-mer (Frankreich). 1970 war das herausragende Ereignis die Einweihung der wieder aufgebauten Karlskirche. Knapp eineinhalb Jahre später kam dann die Gebietsreform: Zweibrücken verlor seinen Landkreis und erhielt dafür fünf neue Stadtteile. Seit 1972 besitzt Zweibrücken eine Europafahne, mit der Bemühungen um europäische Verständigung gewürdigt wurden. Eingeweiht wurden in den 70ern unter anderem das Westpfalzstadion (1973), das „Badeparadies“ (1975; Brandkatastrophe 1978) sowie die Fußgängerzone (1976). Seit 1978 gibt es eine Städtepartnerschaft mit Yorktown (USA).

Die sechziger Jahre brachten schleichenden Niedergang
Nach dem verpassten Aufstieg zur 1. Amateurliga wurde weder der VBZ-Sportplatz in die Luft gesprengt, noch ist aus dem Zweibrücken jener Tage eine Selbstmordserie gemeldet. Zwar trugen die VBZ-Mitglieder ein stolzes Selbstbewusstsein mit einem „und jetzt erst recht Gefühl“ zur Schau, aber insgeheim fürchtete man doch, dass die Chance des Jahres 1959 so schnell nicht wiederkommen sollte.
Die Fußball-Hierachie war zu diesem Zeitpunkt straff gegliedert. Vor allen stand der zweitklassige TSC Zweibrücken, er war ganz einfach die unbestrittene Nummer eins. Dann folgten die VBZ. Sportlich zwar zwei Klassen tiefer angesiedelt, aber in der Jugendarbeit nicht selten eindeutig stärker, als der „große Bruder“. Im Lager der Aktiven kam in der Stadt und dem Landkreis nach den VBZ lange nichts mehr. Der SV Niederauerbach war längst keine Konkurrenz mehr, der SV Ixheim auf dem Wege eine zu werden.
Mit jenen Spielern als Korsettstangen, die 1959 unglücklich gescheitert waren, gingen die VBZ ihre Aufgabe an. 1961 öffnete sich plötzlich eine Hintertüre, auch ohne einen Meistertitel den Aufstieg zu schaffen. Die VB Zweibrücken wurden Pokalsieger der Zweiten Amateurliga Westpfalz. Vor 2000 Zuschauern wurde der FV Kindsbach auf dem neutralen Platz in Schönenberg mit 1:0 besiegt. Die nächste Hürde im Pokalrennen wurde in Oggersheim genommen, dort schlugen die Zweibrücker den Rheinhessen-Vertreter Niederolm mit 1:0. Nun hätte in Bad Dürkheim ein Sieg gegen den Nahevertreter 1. FC Idar gereicht, dann hätten die VBZ an den Aufstiegsspielen zur 1. Amateurliga teilnehmen können. Doch das Spiel wurde mit 0:3 verloren, nachdem die Zweibrücker vom schweren Pech getroffen wurden, Torwart Ernst und Verteidiger Lenz verletzten sich schwer.
Meister des Jahres 1962 wurde die TSG Kaiserslautern, ohne den Aufstieg zu schaffen. 1963 wurde die Zweite Amateurliga revolutioniert. Mit dem SV Alsenborn stieg eine Mannschaft in die Liga auf, die teilweise unter Vertragsspieler-Bedingungen arbeitete. Teamchef war Fritz Walter, der damals 43 Jahre alte Ehrenspielführer der deutschen Nationalmannschaft. Torwart Willi Hölz und Spielertrainer Otto Render waren Mitglieder der deutschen Meisterelf des 1. FC Kaiserslautern von 1953. Dem Oggersheimer Lorenz Horr stand eine große Karriere bevor. Alsenborn wurde Meister und marschierte zur 1. Amateurliga durch. Es gab nur einen Stolperstein und der lag auf dem VBZ-Platz, denn hier unterlagen die Alsenborner mit 1:3. 1964 erhielten die VBZ wieder sportliche Gesellschaft aus dem Heimatkreis, denn die SG Rieschweiler stieg erstmals zur Zweiten Amateurliga auf.
Die primären Aktivitäten der VBZ lagen aber zwischen 1964 und 1966 im Bau des neuen Sportheimes an der Schlachthofstraße. Es musste etwas getan werden, denn „die ald Buud“ hatte die Museumsreife längst erreicht. Triebfeder bei den Genehmigungsverfahren und Behördengängen war unser langjähriger stellvertretender Vorsitzender Karl Göttel. Auf dem Bau aber beherrschten Heinz Göritz, Wolfgang Lenz, Willi Meister, Walter Pinodi und Valentin Spieß die Szene. Sie gingen den vielen Helfern mit gutem Beispiel voran. Leider aber ist das Haus etwas zu groß geraten und war zudem mit vermeidbaren architektonischen Mängeln behaftet. Es war der Stolz und wenige Jahre später der Fluch des Vereins.

1966 änderten sich die sportlichen Verhältnisse in Zweibrücken enorm. Der TSC Zweibrücken stieg aus der Regionalliga ab. Nur eine Spielklasse trennten noch „Rot“ und „Grün“. Es war für die VBZ eine sportliche Herausforderung nun den „Bruderkampf“ aufzunehmen. Während der TSC von Jahr zu Jahr schwerer in der 1. Amateurliga zu kämpfen hatte, holten die VBZ sportlich auf. In der Saison 1967/68 sahen sie fast schon wie der sichere Westpfalzmeister aus und führten teilweise mit fünf Punkten Vorsprung die Tabelle an. Doch Verletzungen, vor allem die von Egon Deller bei der 0:1-Niederlage in Rodalben, machten einen Strich durch die Rechnung. Am Ende standen Rodalben und die VBZ punktgleich auf Platz eins. Vor 4500 Zuschauern auf dem neutralen Platz in Rieschweiler unterlagen die VBZ mit 0:2. Aus der Traum. Parallel mit der Saison aber liefen Gespräche mit dem TSC Zweibrücken. Es sollte durch eine Fusion ein spielstarker Zweibrücker Club gebildet werden. Während sich bei den TSC-Mitgliedern dazu eine Mehrheit fand, ließen die Traditionalisten im VBZ-Lager das Projekt scheitern. Der Bruderkampf ging weiter.
Nochmals die Stadt mobilisiert
Die VBZ hätten Zweibrückens Nummer eins werden können
Es war eine Trotzreaktion, die schon manches im Fußball bewirkt hat. Im Sommer 1968 gingen die VB Zweibrücken mit einem klaren Ziel vor Augen an den Start, sie wollten es der ganzen Stadt und der Region noch einmal zeigen. Die Meisterschaft in der zweiten Amateurliga war das erklärte Ziel.
Die VBZ, mit ihrem Ausnahmeangriff Deller, Schulz und Büffel, dem Mittelfeldmotor Holderbaum dahinter, der sich mit Schulz immer geschickt abwechselte, starteten zwar wieder sehr schwach in die Saison 1968/69. 2:2 in Katzweiler, daheim 0:0 gegen den Südwestliga-Absteiger Hauenstein, es wollte wieder nichts werden. Gegen den FC Rodalben gelang vor 400 Zuschauern am Hornbach mit 1:0 eine kleine Revanche. Doch dann platzte der Knoten und in neun siegreichen Spielen hintereinander wurden 18:0 Punkte geholt. Am Hornbach rauschten die Torwellen. Unter anderem 5:3 gegen den FK Clausen, mit 9:0 wurde der VfB Pirmasens heimgeschickt, 6:1 wurde Katzweiler überfahren, gegen den späteren Vizemeister TuS Schönenberg gab es ein 4:1 und in Clausen wurde sogar 1:0 gewonnen. Doch beim 1:2 gegen Enkenbach war alles wieder Makulatur. Nach dem 6:1 in Hermersberg im letzten Spiel der Saison beendete die VBZ die Runde als Dritter hinter dem FC Rodalben und dem TuS Schönenberg.
Der Verlauf der Runde aber zeigte deutlich, dass die Zweibrücker Zuschauer geneigt waren, wieder den Weg zum Hornbachufer zu nehmen. Die VBZ waren plötzlich wieder ein Thema. Denn der TSC Zweibrücken hatte Wiederaufstiegspläne in die Regionalliga längst aufgegeben, hielt sich aber in der Südwestliga immer sehr gut.
Das blieb auch in der Runde 1969/70 so. Dieses Jahr war der Auftakt zum Höhenflug des FK Clausen. Dieser alte Rivale und die VBZ gestalteten die Saison zu einem Kopf-an-Kopf-Rennen. Doch wieder fehlte der letzte Biss, vor allem im Heimspiel beim 1:1 gegen Clausen vor 1000 Zuschauern. Am Ende war der FK Clausen mit seinem Trainer Egon Bischoff souverän Meister und stieg zur ersten Amateurliga auf, die VBZ vertrösteten sich auf das nächste Jahr. Die Saison 1970/71 dämmerte am Horizont und mit ihm der Super-Gau der Nachkriegsentwicklung. Man wollte wieder Zweibrückens Nummer eins werden, man wurde es im 20. Jahrhundert nie wieder.
Als die VBZ noch 4500 Zuschauer mobilisierten
Es war für die „Grünen“ der Sommer vor der Dunkelheit
„Schaffen wir in diesem Jahr endlich die Meisterschaft?“ Ernsthaft und mit einem leichten Optimismus stellte man sich zwischen dem Etzelweg und dem Hornbachstaden diese Frage. Es wäre ja auch ein wertvolles Geschenk zum 70jährigen Bestehen des Vereins gewesen.
Dem schon traditionell schlechten Start, unter anderem einem 1:4 auf eigenem platz gegen Hütschenhausen, wurde kaum Bedeutung beigemessen. Denn nach dem 5:1-Sieg in Kirchheimbolanden sah ja alles wieder anders aus. So ging es die ganze Saison hindurch weiter. Einem Auswärtssieg folgte die nächste Heimniederlage. Und als der Pfälzische Merkur nach der 1:2-Pleite daheim gegen Hauenstein schrieb: „Am Hornbach geht die Sonne unter“, reagierten einige Mitglieder wutentbrannt. Die Sonne schien noch, doch es begann die Dämmerung. 3:1 führte man daheim gegen die TSG Kaiserslautern, am Ende hieß es 3:3. Mit dem 1:1 in Hermersberg ging die Runde zu Ende. 30 Punkte hatte man erkämpft und es reichte nicht zum Klassenerhalt. Schönenberg stand früh als Absteiger fest. Vier Vereine mit 30 Punkten, dies waren die VBZ, die SG Pirmasens, der SV Enkenbach und der SV Kirchheimbolanden, mussten zwei Absteiger ausspielen. Die VBZ siegten in Schönenberg gegen die SG Pirmasens 5:2, ließen sich aber acht Tage später in Rodenbach beim 1:5 gegen Kirchheimbolanden die Butter vom Brot nehmen. Das 1:1 zum Schluss in Hütschenhausen gegen Enkenbach war das Ende von fast zwei Jahrzehnten Zweiter Amateurliga.
Aktualisiert (Freitag, den 19. September 2008 um 13:16 Uhr)













