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Der Verein und seine Geschichte - Internationaler Handballvergleich
Internationaler Handballvergleich
Zwei weitere Freundschaftsspiele verdienten in Erinnerung gerufen zu werden: Das Gastspiel der schwedischen Mannschaft Idrotts-Club Stockholm und die Fahrt der VB-Handballer in die damalige DDR. Das VfR-Team mit Hans Maurer, Walter Scherer, Fred Carbon, Otto Theison, Fritz Heil, Fritz Lohr, Franz Stahl, Alfons Gabriel, Heinz Wöschler, Karl Seng und Werner König unterlag in Gegenwart des schwedischen Gesandten Ragnar Kumlin mit 6:14. 2000 Zuschauer waren von dem technischen Spiel der Gäste begeistert – Anschauungsunterricht an Ostern 1950 für die VfR-Akteure.
Zum Nationalen Handball-Vergleich (Mai 1955) hoch stilisiert wurde das Freundschaftsspiel der VB-Handballer bei Motor Krauschwitz in der Lausitz. Die Zweibrücker schlugen sich wacker und unterlagen im Helmut-Just-Stadion dem Oberligisten (höchste DDR-Spielklasse) nur knapp. Die Anfahrt zu diesem Handballvergleich war zeitraubend und anstrengend. Bis zur Zonengrenze gab es keine Probleme, die Abfertigung durch die Beamten erfolgte reibungslos und so ging der Wechsel vom Zweibrücker Bus zu einem DDR-Vehikel schnell vonstatten. Aber dann.
Bei der Fahrt durch den Thüringer Wald verlor der Kühler des Busses immer wieder Wasser, mussten Pausen eingelegt und Wasser nachgefüllt werden. So ging das bis Gera und da war zunächst Schluss. Der Bus musste in die Werkstatt und erst Stunden später konnte die Fahrt fortgesetzt werden, aber auch dann war für die Reisegruppe wieder eine Zwangspause angesagt. Eine Reifenpanne war schuld. Mit 12 Stunden Verspätung trafen die Zweibrücker in Weißwasser ein, zu spät für den vorgesehenen Empfang. Das Spiel, die vielen Transparente und verschiedene Besichtigungen, unter anderem auch der weltberühmte Park von Fürst Pückler, direkt an der Neiße, standen im Mittelpunkt dieser Begegnung, bei der auch nach langen Diskussionen viele Fragen offen blieben. Im Jahr darauf waren die VBZ Gastgeber der Motor-Mannschaft - für die Gäste ein unvergessliches Erlebnis.
Wie stand auf dem Plakat, das den Handballvergleich in Krauschwitz ankündigte: „Wettkämpfe zwischen Sportlern aus Ost- und Westdeutschland - ein Beitrag zur Erreichung der Einheit unseres Vaterlandes“. So darf man leicht ironisch folgern, dass die VB-Handballer vor Jahrzehnten bereits einen Beitrag zur Wiedervereinigung geleistet gaben.
Schnelle Zeiten - weite Sprünge
Die Vereinigten Bewegungsspieler, die in besonderem Maß dem Fußball verbunden sind, pflegten in ihrer langen Geschichte auch andere Sportarten, beispielsweise die Leichtathletik. Zwischen den beiden Weltkriegen verfügten die VBler über starke Athleten, die fast alle aktive Fußballer waren. Das war in dieser Zeit, wie die älteren Mitglieder zu erzählen wussten, nichts Außergewöhnliches: Fußballer haben in den Sommermonaten die Leitathletik als hervorragenden Ausgleichssport erkannt, der ihnen half, ihre Athletik zu verbessern. Beispiele dafür sind Otto Ruf, Fritz Peter und Karl Schaumburger, die sich gerne mit der lokalen Konkurrenz (TV 1861) maßen und manchen Erfolg davontragen konnten. Ein Bild in der Festschrift der VTZ zum 100jährigen Bestehen (1961) hält dokumentarisch das packende Finale der 4 x 100-Meter Staffel zwischen den 61ern und den VB-Akteuren fest. Willi Voigt (TV) und Otto Ruf (VBZ) lieferten sich diesen rasanten Zweikampf anlässlich der Einweihung (1926) des Sportplatzes an der Festhalle. Heutzutage haben die Fußballer mit Leichtathletik wenig im Sinn, sie gehen in den meisten Fällen keiner anderen Sportart nach und haben längst vergessen, wie wichtig die Leichtathletik gerade in den Sommermonaten für Kondition und Fitness sein kann. Vielleicht, das als bescheidener Hinweis, sollte man versuchen, die Jugendspieler wieder an diese schöne, vielseitige Sportart heranzuführen.
Dem Großverein VfR Zweibrücken, der sich nach dem 2. Weltkrieg konstituierte und vielen Turn- und Sportfreunden anderer Vereine eine sportliche Heimat bot, gehörte ab 1947 wieder eine Leichtathletikabteilung an. Sie stützte sich zunächst weitgehend auf Kräfte, die während der Kriegsjahre als Jugendliche diese Sportart betrieben haben und beachtliche Erfolge aufzuweisen hatten. Karl Hohlweg, Idol der Zweibrücker Jugend, Ludwig Reddel, Karl Wehrfritz, Karl Knerr, Erwin Hohlweg, Günther Berg, Ted Brüderle, Walter Krohn, Paul Käfer, Fritz Lohr, Fritz Martin, Karl Seng, Franz Stahl und Fritz Heil sind in diesem Zusammenhang zu nennen. Nicht unerwähnt darf bleiben, dass in den Kriegsjahren auch Zweibrücker Mädels hervorragende Leistungen erbracht hatten, an der Spitze Maria Mettendorf, Edith Rau und Marianne Vogt. Die Leichtathleten benötigen für ihren Sport, wenn er wettkampfmäßig betrieben werden soll, die entsprechenden Anlagen. Beispielsweise eine Aschenbahn und Springgruben. Die waren auf dem zerstörten und erst nach und wieder instand gesetzten VB-Platz nicht mehr vorhanden. Besonders eine 400-Meter-Bahn wurde vermisst, ohne sie war kein geordnetes, leistungsförderndes Training möglich. Irgendwann wurden die Leichtathleten und Anhänger des Vereins aktiv, griffen zur Selbsthilfe und legten mit Unterstützung des VfR-Vorstandes auf der alten Trasse die dringend benötigte Bahn an. Die Anlage wurde komplettiert durch Sprunggruben.
Der VB-Platz war zu einer schmucken Anlage geworden, die dann auch wieder Sportfeste ermöglichte. Die VfR-Leichtathleten spielten dabei eine gute Rolle, besonders in den Laufdisziplinen und im Hochsprung. Eine Bereicherung für die Abteilung war der Bremer Laudien, der sich beruflich nach Zweibrücken verändert hatte und hier als Uhrmacher bei einer einheimischen Firma arbeitete. Beim ersten Sportfest sorgte der Bremer für einen sportlichen Höhepunkt, als er im Hochsprung den Pfalzrekord des Althornbachers Baumann auf damals beachtliche 1,88 Meter verbesserte. Der Norddeutsche, ein sympathischer Sportsmann, an den man sich gerne erinnert, war zum Aushängeschild der Zweibrücker Leitathletik geworden.
Zuvor schon gingen die VfR-Leichtathleten bei vielen Gelegenheiten an den Start. So auch bei den ersten Kreismeisterschaften des Kreises Zweibrücken im Juli 1947. Auf dem neu angelegten Sportplatz auf der Rennwiese (im Bogen nach Niederauerbach) dominierten die VfRler, die sich die meisten Titel holten. Im gleichen Jahr war eine kleine Delegation bei den Pfalzmeisterschaften der Jugend und Junioren in Landau aktiv. Fritz Heil wurde im 110-Meter-Hürdenlauf 2., Fritz Martin 3. über 100-Meter und auf den gleichen Platz kam auch die 4 x 100-Meter-Staffel mit Martin, Lauer, Becker und Heil. In den Vordergrund warf sich in diesem Jahr Hans Maurer, der in der Jugend Besten Liste des DLV auf dem 2. Platz landete.
Die Zweibrücker Leichtathleten besuchten in der Folge zahlreiche Sportfeste und waren auch bei den in Mode gekommenen Stadtstaffelläufen, bei denen die einzelnen Läufer unterschiedliche Strecken zurücklegen mussten, am Start und gut im Rennen. Erfolge gab es auch bei dem weithin bekannten Gräfenstein-Sportfest, bei dem sich auch jüngere Athleten wie Dieter Lang, Wolfgang Wessely und Paul Pfeifer erste Sporen verdienen konnten. Das war in Jahr 1950. Das Ende der Abteilung wurde eingeläutet, als sich Laudien und Lang der starken Leichtathletikabteilung des 1. FC Kaiserslautern anschlossen, andere aufhörten oder sich ausschließlich dem Handball zuwandten.
Eine Erinnerung an den 1. FCK und einen großen Sportler möchte ich in diesem Zusammenhang noch festhalten. Es war im Jahr 1948, als die VfRler zu den Bezirksmeisterschaften nach Kaiserslautern fuhren. Die Wettkämpfe wurden auf dem TSG-Sportgelände im Buchenloch ausgetragen und am Start war ein Fußballer des 1. FCK. Werner Kohlmeyer, später Nationalspieler, Deutscher Meister und Weltmeister. Er erwies sich als ein exzellenter Leichtathlet, gewann unter anderem auch den Hochsprung. Etwa zu gleicher Zeit konnten wie VfR-Handballer Kohlmeyer auch als Handballspieler erleben, als er bei der FCK-Mannschaft in die Bresche sprang und seinen Vereinskameraden aushalf. Ein sympathischer, vielseitiger Sportler, den viele Sportfreunde in bester Erinnerung behalten.
Aktualisiert (Freitag, den 19. September 2008 um 13:16 Uhr)













