Vereinigte Bewegungsspieler 1901 e.V. Zweibrücken
Vereinigte Bewegungsspieler 1901 e.V. Zweibrücken

Bilder aus der Zeit des Nationalsozialismus sind leider in den Chroniken der VBZ nicht enthalten. Daher ein paar Auszüge aus dem Buch-100 Jahre VBZ, das auch auf unserer Homepage zum Lesen bereit steht.

 

Der Volkssport Fußball musste auch dem Krieg Tribut zollen und Opfer waren vor allem die aktiven Mannschaften. Die meisten der Erwachsenen waren als Soldaten fern der Heimat und so war es auch den VBZ im Laufe des Jahres 1941 nicht mehr möglich, eine aktive Mannschaft zu stellen. Der Autor dieser Zeilen erinnert sich noch, dass in diesem Kriegsjahr die VBZ ein Freundschaftsspiel gegen Saargemünd austrugen, das damals auf dem „Kleinen Exe“ stattfand. Der Gast aus Lothringen war mit dem ehemaligen französischen Nationalspieler Zehrden angekündigt.

 

Danach spielte in Zweibrücken nur noch eine aktive Mannschaft Fußball, die zum Sammelbecken aller ehemaligen Kicker wurde, unabhängig von ihrer früheren Vereinszugehörigkeit. Sehr willkommen waren Wehrmachtsangehörige, die auf Urlaub in Zweibrücken weilten und die Mannschaft zumindest zeitweise verstärken konnten. Der Reichsbahnsportverein trug seine Spiele auf dem Sportplatz in der Schlachthofstraße aus und es kam zu einigen bemerkenswerten Begegnungen,

 

Mai 1945. Der schreckliche Krieg war zu Ende, die Daheimgebliebenen und Zurückgekehrten gewöhnen sich an den Alltag ohne Angst vor den Angriffen der Jabos und der Bomber. Die ersten Evakuierten waren in die grässlich zerstörte Stadt zurückgekehrt und auch einige wenige ehemalige Wehrmachtsangehörige waren in ihren oft zerschlissenen Uniformteilen im Grau der Straßen und Ruinen zu sehen. Die Zweibrücker, die in diesen Tagen in ihrer Heimatstadt weilten, berührten nur wenige Fragen: Wie wird es nach diesem schrecklichen Inferno in einem praktisch ausgelöschten Gemeinwesen weitergehen und wer von den Angehörigen und Freunden wird aus dem Krieg heimkehren.

 

Und wenn sich in diesen Tagen am Eck vom Kronprinzen Einheimische trafen, dann folgte stets die gleiche Redewendung: „Hast Du schon gehört, der Heiner, der Karl sind gestern heimgekommen.“ Und wenn dann noch der Zusatz angehängt wurde, dass sie unverletzt sind, dann wurde dies mit großer Genugtuung aufgenommen, verbunden mit der Hoffnung, dass auch die eigenen Angehörigen von ähnlichem Glück begünstigt sein mögen.

 

Es blieb nicht aus, dass von fußballinteressierten Bürgern auch registriert wurde, wenn ein ehemaliger Spieler wieder in der Heimatstadt eingetroffen ist. Und wenn er gesund war umso erfreulicher. Es dauerte nicht allzulange und erste Pläne wurden geschmiedet, den Fußball zu aktivieren, ihn als ein Stück Normalität in schweren Zeiten zu installieren. Das war in der Stadtmitte so – was immer man als Reste der ehemaligen Innenstadt definieren wollte -, das war aber auch in Bubenhausen und Ernstweiler, in Contwig und Einöd gleiches Anliegen. Der Volkssport Fußball als Therapie. In der Stadt trafen sich die ehemaligen VBler im Zweibrücker Hof, der das Inferno des 14. März überstanden hatte. Von der VB-Mannschaft, die vor dem Krieg in die Bezirksklasse aufgestiegen war, hatten nur Karl Schaumburger, Fritz Meister und August Maurer unbeschadet den Krieg überstanden. Sie wollten eine Mannschaft bilden, wieder Fußball spielen, den Menschen etwas Abwechslung und Freude in dem grauen Alltag schenken. Sie fanden Mitstreiter auch bei Jüngeren, die während des Krieges in VB-Mannschaften standen oder in anderen Vereinen aktiv waren.

 

Der Fußball in Zweibrücken und auch des VfR hatte nach dem schrecklichen Krieg und der nicht fassbaren Zerstörung der Heimatstadt ein neues Kapitel in seiner langen Geschichte angelegt und einen eindringlichen Beweis für den Überlebenswillen seiner Bürger erbracht. Zwei Monate nach Kriegsende war das ein wichtiger Schritt zur Normalität und der eindrucksvolle Hinweis, dass die Menschen bereit waren, gemeinsam ihr schweres Schicksal zu meistern. Der Fußball und die vielen Mitglieder in den Vereinen setzten ein wichtiges Zeichen, machten Mut zur Bewältigung der vorliegenden dringenden Aufgaben. Dieser Juli 1945 auf dem Bubenhauser Sportplatz war ein Meilenstein, weil der Fußball verdeutlichte, dass das Leben auch unter veränderten Voraussetzungen weitergeht. Der Sport hatte die Herausforderung angenommen und sie bestanden. Der Fußball hatte in einer schwierigen Phase den Bürgern ein Stückchen Selbstvertrauen zurückgegeben, das zu diesem Zeitpunkt keine andere Sportart geben konnte. Insofern hat die frühe sportliche Aktivität auch eine historische Dimension.

 

 

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